Chronik Teil 4: Neue Konkurrenz um die Meistertitel (1990 bis 1994)

Vizemeister mit Royal-Occasion und Burgmusik-Suite
Turnusgemäß stand 1990 wieder eine Deutsche Meisterschaft im Kalender, die diesmal im hohen Norden, in Elmshorn, stattfand. Als Musikstücke standen uns „Royal-Occasion“ und die „Burgmusik-Suite“ auf dem Probenzettel. Eine gute Leistung bescherte uns den Titel des Vizemeisters — um eine Nasenlänge geschlagen von den Spielleuten aus Langendernbach.

Auch unser Ehrenvorsitzender Bernhard Leiermann war mitgefahren. Sein Ausspruch nach Bekanntgabe der Sieger: „Schiet Langendernbach und Schiet Pappbecher!“ Der zweite Teil seines Ausspruchs bezog sich auf die Behälter, aus denen wir das Bier trinken mussten, denn es gab leider keine Gläser. Wer aber glaubt, dass zwischen den Vereinen Langendernbach und Buldern eine Feindschaft herrschte, der irrt gewaltig. Es wurde nicht nur an diesem Tag zusammen gefeiert, sondern bei gegenseitigen Besuchen die Musik und die Vereinsfreundschaft gepflegt.

Meisterchor des Landes Nordrhein-Westfalen
Das herausragende Ereignis im Jahr 1991 war sicherlich die Landesseniorenmeisterschaft in Hürth. Mit drei weiteren Vereinen gestaltete der Fanfarenzug Buldern zunächst das Festkonzert am Samstag. Die Begrüßungsrede hielt Kultusminister Hans Schwier. Nach der Übernachtung in einer Turnhalle wurde es dann langsam ernst. Die Musikstücke „Royal-Occasion“ und „Hunter-Special“, die von Andreas Schlüter komponiert bzw. arrangiert worden waren, kamen beim Publikum sehr gut an. Aber reichte das auch für die Wertungsrichter? Die dreiköpfige Fachjury, allesamt Hochschulabsolventen mit dem Fachgebiet der jeweiligen Instrumente, bot Gewähr für ein ausgewogenes und objektives Urteil. Das Wertungsgespräch brachte noch wieder einige Ansatzpunkte für die weitere Probenarbeit. Dann die mit Spannung erwartete Siegerehrung. Das Ergebnis für den Fanfarenzug Buldern: 1. Rang mit Auszeichnung und damit verbunden war die Qualifikation zur Deutschen Meisterschaft 1992 in Fulda. Ganz nebenbei konnten wir uns zwei Jahre lang „Meisterchor des Landes NRW“ nennen. Erstmals konnte ein zusätzlicher Fan-Bus gechartert werden, der die Blockflötengruppe und die Nachwuchsgruppe nach Hürth brachte, damit die Kleinsten auch schon mal Wettkampfluft schnuppern konnten.

Blockflötengruppe sorgt für Nachwuchs
Die Blockflötengruppe wurde bereits einige Zeit sehr intensiv gefördert, damit die Nachwuchsarbeit weiter gedeihen konnte. Den Unterricht führte zunächst Ursula Pällmann, die Schwester des damaligen Ausbilders Bernhard Pällmann, durch. Danach leiteten Sabine Arens, Birgit Thesing und seit 2002 Monika Nacke die Ausbildung der Kleinen. Die Idee, eine Blockflötengruppe für den eigenen Nachwuchs ins Leben zu rufen, wird bis heute schon von vielen Vereinen kopiert.

Meisterschaft in Fulda mit Royal-Occasion und Hunter-Special
Das Jahr 1992 stand natürlich wieder ganz im Zeichen der Deutschen Meisterschaft in Fulda. Die Musikstücke, mit denen wir in Hürth den Landesmeistertitel erringen konnten, sollten auch bei der Deutschen Meisterschaft gespielt werden. Das Warten bis zur Siegerehrung war wieder einmal endlos. Aber es lohnte sich — mit dem geringstmöglichen Abstand von 0.1 Punkten gewannen wir vor unseren Mitkonkurrenten aus dem hessischen Langendernbach. Natürlich wurden wir in Buldern wieder gebührend empfangen. Die Überraschung aber war perfekt als uns nicht nur der Spielmannszug Buldern musikalisch durchs Dorf begleitete, sondern auch der Fanfarenzug aus Dortmund-Wickede lauerte bei Weber im Pättchen, um uns zu überraschen. Abends wurde dann im Vereinslokal der Meistersekt aus dem Pokal genossen, bevor im Herbst eine offizielle Meisterschaftsfeier stattfand. Vormittags wirkten wir bei der Einweihung der Mehrzweckhalle in Buldern mit. Seit 1992 gehört auch der Auftritt beim Rosenmontagsumzug in Münster zum festen Repertoire unseres Terminkalenders.

Wolfgang Hooghoff neuer Ausbilder

Wolfgang Hooghoff

Wolfgang Hooghoff

Leider mussten wir auch 1992 wieder eine schlechte Nachricht wegstecken. Getreu dem Motto, „auf dem Höhepunkt angekommen, soll man abdanken“, verließ uns aus beruflichen Gründen unser Ausbilder Bernhard Pällmann. Aber wie man weiß, gibt es ja Tage, an denen man Glück hat. So einen Tag erwischte der Fanfarenzug, als wir Wolfgang Hooghoff als neuen Ausbilder gewinnen konnten. Mittlerweile ist er mit dem Fanfarenzug fest verwurzelt und hat seine musikalische Laufbahn beim Heeresmusikkorps beendet. Dass Wolfgang allerdings nicht wieder in seine Heimat am Niederrhein zurückging, lag sicher an einer Dame namens Michaela, die heute seine Frau ist. Wenn man so will, war ihr Hochzeitstag wieder ein Glückstag für den Fanfarenzug Buldern.

Neue Konkurrenz: Fanfarenzug Fränkische Herolde Neubrunn
Was schon lange gemunkelt wurde, wurde in diesem Jahr beschlossen, denn eine Änderung der Wertungsrichtlinien trat 1992 in Kraft. Bei der Einstufung der Wertungsklassen kam es zu einer Zusammenfassung der Klassen Naturton mit und ohne Nebeninstrumente. Die gravierende Folge für uns bestand darin, dass wir seit dem einen übermächtigen Konkurrenten aus Bayern in unserer Klasse haben — den Fanfarenzug „Fränkische Herolde“ aus Neubrunn. Ein Verein der seit 1976 ununterbrochen die Deutsche Meisterschaft gewonnen hatte.

Der Austragungsort der Deutschen Jugendmeisterschaft 1993 war Harsefeld in Niedersachsen. Wir erreichten dort hinter dem Fanfarenzug Hervest-Dorsten den 2. Platz.

Neben unseren Verpflichtungen, wie dem Schützenfest in Buldern und vielen anderen Auftritten bei verschiedenen Musikfesten, wurde auch schon wieder auf die Deutsche Meisterschaft 1994 in Wirges hin gearbeitet. Ein Wiedersehen mit unserem ehemaligen Ausbilder Bernhard Pällmann fand beim Übungswochenende in Groß-Reken statt. Bei der Deutschen Meisterschaft in der erstmals neu zusammengelegten Klasse belegten wir einen 2. Rang. Die Wertungsgespräche wurden als Gradmesser in unsere weitere Probenarbeit eingebaut.

Verbesserte Grundausbildung für Trommler
Erstmals wurde eine Grundausbildung für junge Trommler ins Leben gerufen, die als fester Bestandteil neben der Blockflötenausbildung betrieben wird. Als Ausbilder konnten wir zunächst Johannes Thesing vom Spielmannszug Stadtlohn für uns gewinnen, der von André Roters dann abgelöst wurde. Im November besuchten einige Spielleute zusätzlich an mehreren Wochenenden einen Lehrgang, der vom Landesverband angeboten wurde. 1995 fand dann die Deutsche Jugendmeisterschaft in Mainz statt. Ein 2. Rang war der Lohn für intensive Probenarbeit.

Chronik Teil 1: So fing alles an (1978 bis 1982)
Chronik Teil 2: Der Verein etabliert sich (1983 bis 1985)
Chronik Teil 3: Meister und Jugendmeister (1986 bis 1989)
Chronik Teil 4: Neue Konkurrenz um die Meistertitel (1990 bis 1994)
Chronik Teil 5: Kaiser, Könige und der Papst (1995 bis 1998)
Chronik Teil 6: Im Spiel mit britischen Militärmusikanten (1999 bis 2002)
Chronik Teil 7: Von Franzosen und lobenden Profimusikern (2003 bis 2005)

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